Rufendes Uhu-Männchen
Foto: Klaus Tamm

Ein wichtiger Hinweis vorab

 

Die Abgrabungsflächen sind aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit unzugänglich. In stillgelegten Brüchen profitiert die Population von der Unzugänglichkeit.  An den laufenden Betrieb in den aktiven Steinbrüchen sind die Uhus gewöhnt. Aus Sicherheits- sowie aus Schutzgründen sind eigene Erkundungen der Abgrabungsflächen untersagt! 

Ihre Beobachtungen ausserhalb der Steinbrüche nehmen wir gerne hier auf, ansonsten verweisen wir Interessierte auf unsere Führungen.

 

Schulterschluss von Kalkwerken und Behörden zum Schutz des Uhu

 

In der niederbergischen Kalkregion zwischen Wülfrath, Wuppertal und Mettmann wird seit mehr als 150 Jahren Kalk gewonnen. Hier sind heute die Kalkunternehmen Neandertal, Oetelshofen und Rheinkalk ansässig. Das Gebiet ist durch punktuelle Sprengungen, dynamische Abgrabungs- und Aufhaldungsvorgänge, regelmäßigen Verkehr mit Erdbaumaschinen und laufende Anlagen gekennzeichnet. Trotzdem haben die Steinbrüche eine außerordentliche Bedeutung für den Artenschutz aufgrund der besonderen stand­örtlichen Voraussetzungen. Sie sind Refugialbiotop u.a.  für Orchideenarten, Schmetterlinge und Amphibien, die durch die dynamische Flächennutzung sogar gefördert werden.

 

In dieser von Menschen geschaffenen, künstlichen Felsenlandschaft hat sich in den letzten Jahren, zunächst von der Öffentlichkeit ganz unbemerkt, eine Uhupopulation angesiedelt, die 2013 auf inzwischen 15 Brutpaare mit insgesamt 20 Jungen angewachsen ist und sich weiter im Raum ausbreitet.

 

Seit 2005 werden im niederbergischen Kalkrevier auf Grund einer zunächst privaten Initiative der drei hier tätigen Kalkunternehmen die Uhus im Kreis Mettmann und der Stadt Wuppertal systematisch beobachtet. Damit beauftragt wurde Detlef Re­gulski, ein in der Region anerkannter Eulenspezialist. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurden die Entwicklung der Population, Raumnutzung und Nahrungsverhalten erfasst und dokumentiert. Die in den ersten Untersuchungsjahren gewonnenen Erkenntnisse waren so interessant und viel versprechend, dass die drei Kalkunternehmen und die Vertreter der Landschaftsbehörden der Stadt Wuppertal und des Kreises Mettmann beschlossen, diese private Initiative langfristig gemeinsam fortzuführen.

 

Im Dezember 2007 wurde hierzu ein gemeinsamer Vertrag geschlossen, um die weitere Durchführung und Finanzierung des „Niederbergischen  Uhuprojektes“ zu sichern. Behörden und Unternehmen vereinbarten auf freiwilliger Basis, aber verbindlich durch einen Vertrag geregelt, weitere Untersuchungen zur Verbreitung und zum Verhalten des Uhus in der Region vorzunehmen. Parallel sollen Schutzmaßnahmen abgeleitet und mit zusätzlicher Unterstützung durch Jäger, örtliche Landwirte, Naturschutzverbände und Vereine wie z.B. den Deutschen Alpenverein umgesetzt werden.

 

Das kommt letztendlich nicht nur dem Uhu zu Gute, sondern einer komplexen Lebensgemeinschaft, in der der Uhu als höchstes Glied in der Nahrungskette und auf Grund seines europaweiten, hohen Schutzstatus eine Leitart ist. Landschaftsbehörden und Kalkunternehmen sind gewillt, mit dem Uhuprojekt zum Erhalt der Biologischen Vielfalt im Raum Wuppertal-Mettmann beizutragen. Mit diesem Projekt unterstützen die Landschaftsbehörden und die 3 Kalkunternehmen die Countdown- 2010-Kampagne, zu der das Land NRW zusammen mit der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN aufgerufen hat. Das Uhuprojekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Erfüllung der Konvention zum Erhalt der Biologi­schen Vielfalt.

 

 

 

 

 

Die niederbergische Uhupopulation unter Beobachtung

Foto: Klaus Tamm